J. F. Böttger

E. W. v. Tschirnhaus

Böttger

Johann Friedrich Böttger

1709 gelang es Böttger, nach jahrelanger Zusammenarbeit mit Ehrenfried von Tschirnhaus und Pabst von Ohain, in der Jungfernbastei zu Dresden die Porzellanherstellung zu so einer Reife zu führen, dass er dem König die Erfindung des "Weißen Goldes" melden konnte. Um die Geheimhaltung zu sichern, wurde die weitere Forschung und Produktion des Porzellans 1710 auf die Meißner Albrechtsburg verlegt. Der steile und abgeschlossene Burgberg gewährleistete den notwendigen Schutz der Laboranten und ihrer geheimen Rezepte vor Agenten und Entführern.

Böttger war ursprünglich als Apothekergeselle aus Berlin geflüchtet. Doch seine Behauptung, “Gold machen” zu können, war auch dem sächsischen Herrscher zu Ohren gekommen, so dass dieser ihn jahrelang auf der Festung Königstein und in Dresden gefangenhielt und zu immer neuen Experimenten aufforderte, um endlich seine leeren Kassen mit dem ersehnten Gold auffüllen zu können. Da das Goldmachen erfolglos blieb, wandte sich Böttger zunächst widerwillig der Keramik zu, mit der E. W. von Tschirnhaus seit Jahren experimentierte, um die im fernen Osten beheimatete Herstellung des begehrten Porzellans nachzuvollziehen. Böttger sah hier wohl eine Chance, wenigstens auf diesem Gebiet rasche Erfolge vorzeigen zu können. Obwohl bereits ein Protokoll vom 15.01.1708 aus Böttgers Labor einen Durchbruch bei der Forschung dokumentiert, war man sich des Erfolges noch nicht sicher und experimentierte weiter. Als v. Tschirnhaus im Oktober 1708 überraschend an der Ruhr starb, ruhte die Experimentierarbeit. Erst als dessen Nachlass im März 1709 gesichtet war und Böttger wieder experimentieren konnte, meldete Böttger am 28.03.1709 dem König, er habe nun das Porzellan erfunden.  Der Nachlassverwalter Steinbrück, der die geheimen Aufzeichnungen und Rezepturen v. Tschirnhaus’ gelesen hatte, wurde später von Böttger zum Inspektor an der Meissner Manufaktur ernannt und heiratete Böttgers Schwester ...

Die in den Folgejahren unter Böttgers Anleitung entstehenden Porzellan-Produkte waren für die hiesigen Verhältnisse sensationell und bei den Herrscherhäusern Europas äußerst begehrt, was den sächsischen Kurfürsten letztlich dann doch ganz erheblich die Kassen füllte.

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