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Alle Fotos, außer den gesondert gekennzeichneten,  von Claus-Dirk Langer, Meißen

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Cumae

Geheimnisvolle Orakelstätte der Sibylle

Cumae (Kyme) war die erste griechische Kolonie auf italienischem Festland. Nachdem die Griechen auf den Inseln Sizilien und Ischia erste Siedlungen angelegt hatten, wagten sie sich um 750 v.Chr. in der Nähe des heutigen Neapel auf das Festland vor. Von Cumae aus zogen die Siedler weiter und gründeten Pozzuoli und Neapel, die bald Cumae an Größe und Bedeutung übertrafen. Von der damaligen Stadt ist heute kaum etwas geblieben. Einmalig und in der ganzen antiken Welt berühmt war  jedoch das Orakel der Sibylle. In einem Raum am Ende eines langen Ganges soll die Priesterin des Apollon, die Sibylle von Kyme, ihre Orakelsprüche verkündet haben. Hier sagte sie zum Beispiel das Schicksal des Äneas voraus.

In der Frühzeit des Orakels sollen alle Sprüche der Sibylle auf Palmblätter aufgezeichnet worden sein. Der Legende nach erwarb einer frühen Könige von Rom, Tarquinius Priscus, drei der Sibyllischen Bücher und brachte sie im Tempel des Jupiters auf dem Kapitol zu Rom unter, wo sie allerdings bei einem großen Brand im Jahre 83 v.Chr. ein Raub der Flammen wurden. Durch die Bücher der Sibylle wurde der Jupitertempel zum prophetischen Zentrum des römischen Reiches, eine Art römisches Deplhi.

Die Orakelstätte liegt am Fuße der Akropolis und ist heute freigelegt und “touristisch erschlossen”. Von der eigentlichen Stadt, der Unterstadt, ist bisher wenig ausgegraben; vieles wird noch im Boden vermutet. Man fand Reste des römischen Forums, unter dem aber noch die griechische Agora (Marktplatz) liegen müsste.

Der Weg von der Orakelstätte hinauf zur Akropolis. Die beiden Tempel der Akropolis hatte angeblich Daidalos, soeben dem Labyrinth des Minotauros entkommen, dem Sonnengott gewidmet (So Vergil in seiner “Äneis”). Tatsächlich handelt es sich um einen Apollon- und einen Jupitertempel, von denen nur noch die Grundmauern erhalten sind.

Cumae war jahrhundertelang ein wichtiger Ort der Vermittlung griechischer Kultur an die Römer. Erst im Jahre 180 v.Chr. wurde Latein die offizielle Amtssprache in der Stadt. Mit dem Ende der Antike kam auch der Niedergang der Stadt. Die Tempel wurden zu Kirchen umgebaut und den Götterstatuen die Köpfe abgeschlagen. Später wurde der Ort immer wieder von Piraten heimgesucht, zerstört und im frühen Mittelalter schließlich ganz aufgegeben. Erst im 18. Jh., beim Fund schöner antiker Vasen unter den Äckern, entdeckte man die Stadt wieder. 1938 bis 1953 erfolgten planmäßige Ausgrabungen.