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Alle Fotos, außer den gesondert gekennzeichneten,  von Claus-Dirk Langer, Meißen

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Akragas

Der Concordia-Tempel, einer der am besten erhaltenen griechischen Tempel der Welt. Hier studierten die Architekten und Künstler des Klassizismus die Proportionen der antiken dorischen Säulenordnung und verbreiteten sie in der modernen Welt, von der Berliner Neuen Wache bis zur Fassade der New Yorker Börse.

Im Vordergrund die Ruinen des gigantischen Zeus-Tempels, dahinter am Horizont die Neubauten des heutigen Agrigent.

Modell des Zeus-Tempels im örtlichen Museum. - Foto: www.sicily.infcom.it.

Der Hera-Tempel auf der Ostspitze der Hügelkette. Die Trümmer der Stadtmauer sind in großen Blöcken bergab gekippt. Von hier unten stürmten die Karthager die Stadt.

Akragas, das heutige Agrigent an der Südküste Siziliens, war vor 2.500 Jahren eine antike Großstadt mit etwa 200.000 Einwohnern. Nach dem Sieg über die Karthager bei Himera im Jahre 480 v.Chr. wurde die Stadt so reich und mächtig, dass sie den Bau des größten Tempels der damaligen Welt begann, des Zeus-Tempels. Auf einer Hügelkette am Rande der Stadt wurden weitere Tempel errichtet, die heute teilweise noch vorhanden sind und den Reisenden seit dem 18.Jh. einen Eindruck vom griechischen Tempelbau vermitteln. Selbst Goethe wandelte durch die Ruinen und war begeistert und verwundert, dass von den Sandsteinbauten trotzt der Meeresstürme so viel erhalten war. Das heutige Agrigent befindet sich an der Stelle der antiken Akropolis und nimmt nur noch einen kleinen Teil der Fläche ein, die einst die alte griechische Stadt bedeckte. Die Zeit des Wohlstandes der antiken Stadt beschrieb der Philosoph Empedokles: “Die Agrigenter essen, als ob sie morgen sterben, und sie bauen, als ob sie ewig leben wollten.”  Der griechische Dichter Pindar besang die Stadt als “glanzliebende, schönste der sterblichen Städte.”

Diese Stufen führten zum Zeus-Tempel hinauf; vom Tempel selbst ist nur ein riesiges Trümmerfeld übrig. Er hatte einst eine Länge von 113 m und eine Breite von 53 m und war damit der größte jemals errichtete dorische Tempel - erbaut von 25.000 kathagischen Kriegsgefangenen. Als das Kriegsglück die Stadt verließ und 406 v.Chr. die Karthager die Stadt eroberten, sorgten diese für eine gründliche Zerstörung des verhassten Tempels.

Die lange Reihe der griechischen Tempel entlang der südlichen Stadtmauer wird von der heutigen Touristk-Industrie als das “Tal der Tempel” vermarktet - vielleicht in Anlehnung an das Tal der Könige in Ägypten. In Wirklichkeit befinden sich die Tempel auf einer Hügelkette und waren schon weit vom Meer aus zu sehen. Sie kündeten weithin sichtbar vom Reichtum der Stadt und waren sicher das Erste, was die karthagischen Eroberer sahen, als von Afrika kommend am Strand vor der Stadt anlandeten. - Akragas: 406 von den Karthagern zerstört, 261 von den Römern, 255 von den Karthagern, 210 von den Römern. Danach unbedeutendes Provinzstädtchen.

Der Strand vor der Stadt. Am anderen Ende des Meeres liegt Karthago, das immer wieder versuchte, Sizilien zu erobern, damit aber die Römer auf den Plan rief, die letztlich 146 v.Chr. Karthago bis auf die Grundmauern zerstörten.